Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Mein tolerantes Ich

Wer hätte es je gedacht, dass ich Toleranz leben kann? Und wo hat meine Toleranz ihre Grenzen? Ich war nicht immer tolerant in meinem Leben! Nein, auch ich war wohl immer wieder auch intolerant. Und ich werde es auch sicher in der einen oder anderen Lebenssituation wieder sein. Aber wenn es eine Sache gibt, der ich meiner Meinung nach IMMER tolerant gegenüberstand, dann ist das Homosexualität.
In jungen Jahren gab es in meinem Leben einen jungen Mann, der mir sehr viel bedeutete. Ich würde ihn aus heutiger Sicht der Dinge vielleicht nicht als erste große Liebe bezeichnen, aber als erste richtige Verliebtheit. Als er mir seine Bisexualität gestand war meine Reaktion lediglich ein „Na und??“. Auch bei ihm hatte ich immer geahnt, dass es auch eine schwule Seite von ihm geben könnte.
Allerdings gab es damals auch heftige Reaktionen aus meinem Umfeld, als bekannt wurde, dass ich mich in diesen Mann verliebt hatte. Ein Schlüsselsatz, der sich bis heute in meinem Kopf eingebrannt hat war: „Was willst du von diesem stockschwulen Typen“!
Darf man dieses Wort öffentlich schreiben? Keine Ahnung, ich tu es einfach! Es ist lediglich ein Zitat! Ich habe mir damals geschworen, dass ich versuchen möchte, eines niemals zu sein: derart intolerant!!!

Mir ist natürlich bewusst, dass auch meine Toleranz ihre Grenzen hat. Ich glaube wenn mein Mann mir gestanden hätte, dass er seit Jahren ein schwules Leben parallel zu unserer Ehe lebt, wäre meine Toleranz auch ganz schnell verflogen! Das wäre für mich ein klarer Vertrauensbruch gewesen und dann hätte ich mich vermutlich auch, wie viele andere Frauen schwuler Väter, verletzt und betrogen, ausgenutzt und gedemütigt gefühlt.

Aber unsere Beziehung scheint gefestigt und glücklich genug zu sein, dass wir vor eintreten solcher Gegebenheiten offen und ehrlich über alles reden konnten.  Wir haben uns gegenseitig nie belogen oder betrogen.

Und das Vertrauen, dass mir mein Mann  mit seinem Coming-Out entgegen gebracht hat macht mich glücklich.

An die Grenzen meiner Toleranz würde ich wohl auch geraten, wenn er nun auf provokante und rücksichtslose Art und Weise seiner  Wege gehen würde. Aber das tut er nicht.  Wir sind uns beide unserer Verantwortung im Leben bewusst.

Wir sind Eltern zweier wunderbarer Söhne, die wir über alles lieben!
Wir haben unseren Kindern schon früh im Leben erklärt, dass alle Menschen die gleichen Rechte  auf dieser Welt haben sollten, egal ob arm oder reich,  Junge oder Mädchen, schwarz oder weiß, Hetero oder Homo! Und was wir unseren Kindern vermitteln wollen, dass müssen wir Erwachsenen natürlich auch vorleben.

Ich kann tolerieren und akzeptieren, dass mein Mann zu seinen Gefühlen und sich selbst stehen muss und diese nicht hinter einer gesellschaftsangepassten Fassade verstecken möchte. Ich wünsche ihm, dass er seinen Weg glücklich und aufrecht geht.

Ich glaube wer Toleranz und Akzeptanz von der Welt erwartet, der muss sich auch offen, ehrlich und aufrichtig verhalten.

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Dieser Eintrag wurde am 14. Februar 2015 von veröffentlicht.
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