Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Heile Welt auf diesem Blog

Heute wurde ein Kommentar gepostet, in dem die „heile“ Welt auf diesem Blog in Frage gestellt wurde. Ein kritischer Kommentar, den ich gerne gelesen habe, der mich auch zum Nachdenken angeregt hat und auf den ich auch gerne eingehen möchte.

Die „Beichte“ meines Mannes, wie es im Kommentar genannt wurde, war für mich natürlich auch kein Ereignis, bei dem ich laut „Juhuuu“ schreien konnte. Zumindest nicht, weil ich mich darüber freue, dass mein Mann jetzt schwul ist. Aber ich habe in den Jahren, Wochen und Monaten vor dem Coming Out jeden Tag mehr wahrgenommen, dass sich mein Mann verändert. Ganz langsam, nach und nach, verlor er seine Lebensfreude, seinen Humor, seinen Optimismus. Ganz besonders schlimm wurde es im letzten halben Jahr vor seinem Coming-Out. Ich kam einfach nicht mehr an meinen Ehemann ran. Auf Fragen nach den Gründen bekam ich keine Antwort. Irgendwann waren selbst kleine Umarmungen nicht mehr möglich.
Eines Tages bei einem Spaziergang sprach ich meinen Mann darauf an und bat ihn endlich mit mir zu reden. Ich machte mir Sorgen, ihn irgendwann mit Burn-Out ins Krankenhaus bringen zu müssen. Auch auf diese Aussage bekam ich keine Antwort.
Dann geschah, was geschehen musste: Er erlitt einen Nervenzusammenbruch.
Die Ärztin diagnostizierte Depressionen und fragte nach Suizidgedanken!

Das war für mich ein Schock!

Allerdings konnte mein Mann diese Frage zu diesem Zeitpunkt verneinen. Gute zwei Monate musste er nun auf einen Platz für eine Psychotherapie warten. Er war nicht mehr er selbst. Er ging morgens aus dem Haus ohne klares Ziel und kam abends irgendwann wieder. In dieser Zeit fragte ich jede Woche, ob sich an seiner Antwort auf die Frage nach Suizidgedanken etwas geändert hatte. Und irgendwann bekam ich eine erschreckende Antwort: Ja!! Ohne für mich erkennbaren Grund!

Das war für mich ein Schock!

Als er dann, am Abend vor der Abfahrt in die Therapie, zu mir sagte: „Ich werde dir sagen, was los ist, wenn ich soweit bin! Ich möchte dich nicht verlieren! Du bist meine beste Freundin!“ dann könnte man vermutlich sagen:

Das war für mich ein Schock!

Aber als ich dann eine halbe Woche später auf die Frage „Bist du schwul?“ ein „Ja“ als Antwort bekam, da war es tatsächlich kein Schock mehr für mich!

In diesem Moment war das Coming-Out für mich wirklich ein Befreiungsschlag!
Endlich kannte ich den Grund für das Verhalten des wichtigsten Menschen in meinem Leben.
Wenn man die Gründe kennt kann man auch Lösungen finden.

Unsere Lösung wird langfristig eine Trennung sein. Aber eine  Trennung bedeutet doch nicht, dass man keine gemeinsame Zukunft haben kann. Wir sind gemeinsam Eltern und wollen dies auch immer bleiben. Wir sind Freunde und Seelenverwandte!

Ein Punkt in oben genanntem Kommentar macht mich allerdings stutzig:

Es ist absehbar, dass es eine Ehe (wenn diese bestehend bleibt) zu Dritt weitergeführt wird, weil ja klar ist, dass der Mann seine Gefühle nicht ewig unterdrücken kann (u soll).

Warum zu Dritt? Der Mann soll und darf sich ausleben! Aber was ist denn mit der Frau?
Muss sie ihrem schwulen Ehemann für immer treu sein??

Fragen die wohl jedes betroffene Paar für sich klären muss.
Wir sind uns einig, dass beide Partner die gleichen Rechte haben.

Caro ich hoffe du kannst meine „heile“ Welt nun etwas mehr nachvollziehen!

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Dieser Eintrag wurde am 17. Februar 2015 von veröffentlicht.
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