Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Ohje, die arme Ehefrau…

…ist die Reaktion, die uns bisher sehr häufig begegnet ist, wenn wir unser Geheimnis offenbart haben.
Es ist wohl verständlich, dass man sich fragt wie sich eine Frau fühlt, deren Mann nach über 10 Jahren Ehe erkennt, dass er schwul ist. Natürlich fühlt sich diese Frau nicht immer toll. Ganz klar gibt es Höhen und Tiefen, aber die gibt’s wohl in jedem Leben und auch in jeder ganz normalen Ehe.

Aber kaum einer hinterfragt wie es dem Mann geht, der 35 Jahre seines Lebens eigentlich nicht er selbst war; der in einer sehr katholischen, konservativen Gegend aufgewachsen ist und gelebt hat. Wir wohnen in einer Stadt mit rund 20.000 Einwohnern. Ich selbst kann mich nicht erinnern, irgendwann in meiner Kindheit einmal ein schwules oder lesbisches Pärchen Händchen haltend durch die Stadt laufen gesehen zu haben. In Köln, Berlin und anderen deutschen Städten wohl nichts besonders. Hier aber undenkbar.

Wenn man also in seiner Kindheit immer nur den Klassiker Mutter-Vater-Kinder kennen lernt, wie soll man dann für sich selbst akzeptieren können, dass auch andere Lebensmodelle denkbar sind. Wie soll man akzeptieren können, dass man selbst anders ist. Ein Mensch, der sein Leben lang nur dreiblättrigen Klee gesehen hat, wird wohl auch kaum glauben, dass es auch vierblättrigen Klee gibt.

Aber warum schreibe ich das??
Ich schreibe es weil ich glaube, dass viele (nicht alle) betroffene Männer nicht weniger leiden als ihre Ehefrauen. Für meinen Mann war die Situation mindestens genau so schlimm wie für mich.
Ich könnte mir vorstellen, dass es für ihn am Anfang noch schlimmer war, weil er mir und unseren Kindern gegenüber große Schuldgefühle hatte.

Zum Glück wird die Gesellschaft immer toleranter und wir leben in einer Zeit, in der sich Homosexuelle nicht mehr heimlich hinter verschlossenen Türen oder an „geheimen“ (aber jeder weiß bescheid) Orten treffen müssen!  Sie müssen nicht mehr wegziehen!

Mein Mann wird nicht der erste schwule Vater im Ort sein, aber wohl der erste, der nicht davor wegläuft, sondern offen und ehrlich damit umgeht.

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Dieser Eintrag wurde am 21. Februar 2015 von veröffentlicht.
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