Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Gefühle bedürfen keiner Rechtfertigung!

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, den Blog mal ein paar Tage den Blog sein zu lassen und ein tolles Wochenende zu genießen. Allerdings habe ich gerade in dieser Woche sehr viel Kritik bekommen in Bezug auf meine Gefühlswelt! Ehrliche, nachvollziehbare Worte zu MEINER Verfassung…… so wurde es von Caro in Ihrem Kommentar gefordert. Eine Herausforderung, die ich gerne annehmen möchte, obwohl ich es absolut nicht muss!

Wie geht es mir?

Also bis auf eine Erkältung mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit geht’s mir körperlich prima! Mit meinem Körper bin ich derzeit sowieso völlig im Reinen! Ja, ich habe zwei Beine, zwei Arme, einen Kopf, ein großes Herz und alles, was eine Frau so haben sollte! Ob man es glaubt oder nicht, hier schreibt eine FRAU!

Aber natürlich ist mir klar, dass mit der Frage nach meiner Verfassung nicht die körperliche gemeint war!

Nun, wie ist meine emotionale Verfassung??
Auch hier geht es mir gut! Ich habe die gleichen Sorgen wie viele andere Frauen in dieser Welt: Kinder, Zukunft, Job! Das ist nichts Außergewöhnliches!

Aber bevor es hier wieder kritische Kommentare hagelt:
Mir ist bewusst, dass nach meiner emotionalen Verfassung in Bezug auf das Coming Out meines Mannes gefragt wurde! Auch darauf werde ich antworten! Viele werden wohl erwarten dass ich traurig, verletzt und enttäuscht bin, dass meine Ehe zum Scheitern verurteilt ist. Das sind allerdings Gefühle die ich nicht habe, nicht mehr! Diese Gefühle hatte ich vor dem Coming Out, als ich mich abgelehnt und ungeliebt fühlte! Zu dieser Zeit war ich unglücklich in meiner Ehe! Das Coming Out meines Mannes ist für mich eine neue Chance! Die Chance auf einen Neuanfang! Ein Neuanfang für uns beide!
Dennoch habe ich meinen Mann immer noch auf eine ganz besondere Art und Weise lieb und er ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben!

Was habe ich noch für Gefühle?
Gerade in der vergangenen Woche habe ich mir viele Sorgen gemacht! Natürlich! Aber nicht um meine finanzielle Zukunft! Ich habe einen tollen Arbeitsplatz, der mir hoffentlich erhalten bleibt.  Auch nicht um mich selbst! Ich bin eine starke Frau und ich glaube es gibt für alles eine Lösung!

Ich mache mir in erster Linie Sorgen um meine Kinder! Keiner kann sicher wissen, wie die beiden und ihr Umfeld auf Papas Coming out reagieren werden.

Dann mache ich mir Sorgen um meinen Mann, darum wie er seinen eigenen Weg finden und gehen wird. Aber ich glaube er ist auf einem sehr guten Weg!
Er braucht nur Zeit! Und die hat er so viel er will!

Sorge bereitet mir auch, ob wir es wirklich schaffen unser gutes Verhältnis zueinander aufrecht zu erhalten. Gerade in der vergangenen Woche hatte ich was das betrifft so meine Bedenken. Ich kam an meinen Mann einfach nicht heran. Ich hatte das Bedürfnis ihn ständig zu fragen, wie es ihm geht, was er plant, ob es etwas neues gibt…… um so mehr Fragen ich stellte, desto schlechter wurde die Stimmung zwischen uns. Ich fühlte mich langsam ratlos.

Dann fiel mir ein, dass mir ein guter Freund meines Mannes (schwul und verheiratet mit einem schwulen Vater) vor ein paar Wochen ein Telefonat angeboten hatte, sollte ich denn Fragen haben. Dieses Angebot nahm ich an. Ich telefonierte mit seinem Ehemann, einem schwulen Vater, der mich überhaupt nicht kennt. Ich bin sehr dankbar, dass er sich die Zeit für mich genommen hat. Ich glaube wir haben mehr als zwei Stunden telefoniert. Ich habe tausend Fragen gestellt, Antworten und Denkanstöße bekommen und mir wurden die Augen geöffnet, dass ich meinen Mann mit meiner wohlwollenden Unterstützung wohl geradezu erdrücke! Genau dies hat sich dann im anschließenden Gespräch mit meinem Mann auch bestätigt. Ich bin froh, dass ich diese Möglichkeit des Austausches mit einem außenstehenden Betroffenen bekommen habe. Einem Fremden hört man doch anders und weniger unvoreingenommen zu als dem eigenen Mann!

Was nun meine wahre und echte Verfassung betrifft so glaube ich, dass sich diese mit ein bisschen Toleranz fürs Positive bereits in jedem bisher von mir verfassten Beitrag finden lässt.

Und damit sind wir auch schon bei dem von mir gewählten Titel dieses Beitrags.

Wäre ich tatsächlich wütend, enttäuscht und verletzt und würde dies hier auch kund tun, so würde ich wohl nur halb so viel Kritik an meiner Gefühlswelt ernten. Ich glaube gerne, dass unser Fall ein ganz besonderer Fall ist. Mir tut es leid für jede Frau, die mit ihrem schwulen Mann andere (negative) Erfahrungen machen muss. Vielleicht habe ich tatsächlich einfach nur großes Glück im Unglück!
ABER:

Kein Mensch muss sich für seine Gefühle rechtfertigen!
Eine Frau darf mit einem Mann glücklich sein!
Ein Mann darf mit einer Frau glücklich sein !
Ein Mann darf mit einem Mann glücklich sein!
Eine Frau darf mit einer Frau glücklich sein!
Warum sollte ich nicht mit einem schwulen Vater
für meine Kinder glücklich sein dürfen?

Und nun werde ich mir eine kleine Auszeit vom Blog gönnen und ein schönes entspanntes Wochenende genießen. Ich bin gespannt welche Kommentare dieser Beitrag nun nach sich ziehen wird.

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9 Kommentare zu “Gefühle bedürfen keiner Rechtfertigung!

  1. Norbert Jäger
    14. März 2015

    Liebe Fraumitherz,

    ich gebe dir in allen Punkten Recht. Und nun muss ich mal böse werden (natürlich nicht dir gegenüber) .

    Was mich beschäftigt ist der Hass auf ihre schwulen (Ex-)Ehemänner, den so viele Frauen haben. Ich frage mich: „Warum?“ Im Jahr 2013 wurden in Deutschland rund 169.800 Ehen geschieden. Nach den derzeitigen Scheidungs­verhältnissen werden etwa 36 % aller in einem Jahr geschlossenen Ehen im Laufe der nächsten 25 Jahre geschieden.
    Wäre diesen mit Hass erfüllten Frauen lieber, dass der Ehemann sie jahrelang mit anderen Frauen betrogen hat bzw. zu einer anderen Frau gegangen ist – weil das ist ja „normal“! Oder sind diese Frauen erbost darüber, dass eine Hilfe im Haushalt verloren gegangen ist, denn im Allgemeinen helfen die schwulen Ehemänner viel im Haushalt.
    Wissen diese Frauen gar nicht, was sie mit ihrem egoistischen Hass ihren Kindern antun? Diese Frauen sehen sich doch nur noch selber, zerfließen vor Selbstmitleid, nehmen ihre Umwelt nicht mehr richtig wahr. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Frauen, die ihren Hass dermaßen ausleben, werden auf Dauer alles verlieren – auch ihre Kinder.

    Ich finde es gut, wie ihr beide (als Paar) eure Probleme löst. Ihr macht euch Gedanken zum Wohle der Kinder, ihr macht euch Gedanken um den jeweils anderen, ihr seid auf dem Wege gute Freunde zu werden – auch für die Zukunft. Lasst euch von niemanden beirren – gut gemeinte Ratschläge können auch Schläge sein.

    Dir und deinem Mann noch ein schönes Wochenende.

    Liebe Grüße aus Bremen

    Norbert

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    • ichbinich
      14. März 2015

      hallo norbert, nun muss ich doch nochmal ganz kurz stellung zu dir nehmen. ich gebe dir in dem punkt recht, dass auch hetero ehen auseinander gehen, viel zu viele meiner meinung nach, und auch dort gibt es schlammschlachten. ich glaube auch nicht, dass die frauen bei uns nur suaer sind, weil ihre männer schwul sind. das alleine schürt nicht soviel hass, wie du sagst, sondern da steckt viel mehr dahinter als nur das. dazu muss man die jeweiligen geschichten kennen, und glaube mir, das möchtest du nicht wirklich. was sich evtl von einer „normalen“ trennung unterscheidet, ist die tatsache, dass wir nichts dagegen unternehmen können, wir haben keine chance zu kämpfen, denn nach dem co ist es offensichtlich, dass wir den männern nicht das geben können, was sie eigentlich brauchen um sie selbst sein zu dürfen. und dann stellen sich viele frauen auch die frage, wurden wir missbraucht, benutzt, sind wir alibifrauen…..das kann man mit nein, aber auch bei manchen geschichten durchaus mit einem klaren ja beantworten. es sind nicht viele die im hass stecken bleiben….aber dir müsste auch bewusst sein, dass hass immer noch viel zu nahe an der liebe ist. ich lege den frauen nahe, wut zuzulassen, der ist gesünder und bringt einen eher dahin, mit sich ins reine zu kommen. doch jede braucht unterschiedlich viel zeit dafür.und man sollte niemandem die zeit vorschreiben die sie zu benötigen hat. doch sei gewiss, wir passen sehr gut aufeinander auf und sind sehr achtsam jede einzelne so zu begleiten wie sie es braucht. es ist doch so, dass wir alle einen schwulen mann haben oder hatten, wir fühlen uns auch oft aals opfer…und das dürfen wir auch….wir werden immer die frauen, oder exfrauen schwuler männer sein, das wird uns unser leben immer begleiten…doch wir versuchen dafür zu sorgen, dass es nur unser leben begleitet, und nicht immerzu bestimmt. die zeit geben wir jeder frau die unsere hilfe sucht….glg

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  2. Norbert Jäger
    14. März 2015

    Liebe ichbinich,

    dass frau bei einer Trennung verletzt wird, ist mir durchaus bewusst. Egal ob die Trennung von einem heterosexuellen oder schwulen Mann stattfindet. Und frau darf wütend sein, natürlich. Die Gefühle müssen raus (solange es nicht in Gewalt endet). Hier im Netz sehe ich aber überwiegend hassende Frauen. Das ist nicht gut. Auch wenn Hass aus der Liebe entsteht, so sollte der Hass doch überwunden werden. Wer hasst, der tötet auf Dauer sein ich. Wie die Liebe macht auch der Hass blind.
    Es ist gut, wenn betroffene Frauen anderen betroffenen Frauen helfen. Das versuchen wir – sofern man uns lässt – auch aus unserer Gruppe heraus.
    Auch meine Frau war verletzt, wütend, verzweifelt. Das ist auch verständlich, denn frau ist ohnmächtig gegenüber dem CO ihres Mannes. Hätte sie aber ständigen Hass zugelassen, dann wären wir heute keine guten Freunde. Wir sind nach wie vor vertraut miteinander. Die nonverbale Kommunikation funktioniert immer noch – auch zwölf Jahre nach der Trennung. Unsere mittlerweile erwachsenen Kinder können mit der Mutter oder mit dem Vater sprechen, aber auch mit beiden Eltern gemeinsam. Das ist nach wie vor wichtig.
    Und wenn meine Frau Hilfe braucht, dann bin ich bei ihr. Umgekehrt ist es genau so. Wir sind und bleiben verbunden. In diesem Sinne sind wir immer noch Familie, besser sogar als manche „Hetenehe“.

    Ja, ich habe damals mein Schwulsein verdrängt. Gründe gab es viele. Erziehung, Umwelt, die Zeit – alles spielt eine Rolle. Und ich habe meine Frau geliebt und liebe sie noch immer, nur auf eine andere Ebene. Damit möchte ich mein Verhalten allerdings nicht entschuldigen.

    Menschen sind verschieden. Menschen haben unterschiedliche Tempi. Wenn aber ein Ehepaar in Trennung lebt und es schafft, sich im Frieden und mit gegenseitigen Verständnis zu trennen, dann ist das für alle ein großer Gewinn.

    LG Norbert

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  3. Heike
    14. März 2015

    Bei manchen Frauen, die sich hier zu Wort melden, habe ich das Gefühl, dass auch der Neidfaktor eine Rolle spielt. Anscheinend ist es nicht jedem gegönnt eine Trennung tatsächlich in Freundschaft zu vollziehen und ohne Hass. Sondern nach wie vor in Liebe, Vertrautheit und Gemeinsamkeit und vor allem Verständnis und Toleranz. Eben nur auf einer anderen Ebene. Das ist nämlich nicht nur wichtig für diejenigen, die sich trennen, sondern noch viel wichtiger für die Kinder, damit sie zu selbstbewussten und starken Erwachsenen heran reifen können, denn Hass und Intoleranz übertragen sich sehr schnell auf Kinder, die sehr feine Antennen für so etwas haben auch wenn wir Erwachsene meinen sie bekommen es nicht mit.
    Liebe FmH , ich durfte dich ja kennen lernen und wir ticken ja ähnlich was das CO unserer Männer und die dazugehörige Trennung anbelangt. Wir haben glaube ich einen ganz guten Weg eingeschlagen .

    LG
    Heike

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  4. Norbert
    14. März 2015

    Liebe Heike,

    du sprichst mir aus der Seele. Ich bin mir bewusst, dass es auch unschöne Trennungen von seiten der schwulen Männer gibt. Doch ich bin frohen Mutes, wenn ich sehe, dass es immer mehr Frauen gibt, die trotz einer Trennung von ihrem schwulen Mann positiv denken. Danke.
    Nicht gegeneinander, sondern gemeinsam kommen wir voran und sind offen für Neues . . .

    LG Norbert

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  5. ichbinich
    14. März 2015

    ihr habt wohl alle nicht mein posting gelesen, welches ich hier vor einiger zeit mal geschrieben habe. nun fühle ich mich grad so, dass mir unterstellt wird, ich sei neidisch…smile. nein, bin ich überhaupt nicht, denn ich lebe nicht anders als norbert es macht. das habe ich hier bereits vor einigen tagen geschrieben und will mit sicherheit fmh nicht ausreden, ihren weg zu gehen. ich begrüße es sogar, wenn man sich vernünftig einigt, sich die zeit nimmt die man braucht etc. bei ihr klingt alles so einfach…mag sein dass dem auch so ist, es sei ihr von herzen gegönnt.
    was mir hier nur auffällt ist das schlechte reden über tangiert…ich stehe hier für viele frauen die uns gebraucht haben. vielen geht es inzwischen sehr gut, aber es kommen wöchentlich viele neue frauen hinzu. das sind dann die, die noch im schockzustand sind und längst noch nicht so weit wie zb ich. das es dann hoch her geht, ist wohl normal, denn nicht alle gehen so damit um wie fmh. mir sit es daher unendlich wichtig, dass neu betroffene frauen hier nciht lesen, dass tangiert nur voller hass steckt, denn das stimmt NICHT. wo sollen sie denn hin mit ihrem schock…es gibt doch nur uns als erste anlaufstelle wo man in einem geschützen raum alles darf….
    ich hoffe nun sehr, dass ihr auch mich versteht. eine frau die regelmäßig mit ihrem ex kaffee trinken kann, ostern gemeinsam verbringen kann, geminsame geburtstage feiern kann usw….das war aber nicht von anfang an so, da dazu erst der abstand nötig war….aber die trennung, nach langer zeit, die haben wir in würde und sogar mit manchmal einem lächeln bei der teilung des hausstandes geschafft.

    ich hoffe nun sehr, dass ich euch etwas klarer machen konnte, was tangiert leistet, und wie wichtig es ist, dass es uns gibt….es gibt coh auch on mass die schwulen väter gruppen….viel mehr als die partnerinnen….habt ihr euch mal gefragt warum das so ist???

    in diesm sinne, dafür das ich hier nicht mehr schreiben wollte ist es doch sehr viel geworden.

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    • fraumitherz
      15. März 2015

      Liebe ichbinich,
      du musst dich für deine persönliche Meinung ebenso wenig rechtfertigen, wie ich mich für meine. Ich glaube in machen Punkten decken sich unsere Ansichten sogar, auch wenn es sich hier nicht immer so ließt. Jede Frau muss ihren eigenen Weg finden. Aber eines möchte ich hier gerne noch klarstellen: Ich habe nichts gegen Tangiert, auch nicht gegen Hetera, um mal beide gleichberechtigt namentlich zu erwähnen. Das ist das erste Mal, dass ich diese Namen nenne! Ich habe nie gesagt, dass diese Foren schlecht sind, ich habe lediglich gesagt, dass ich mich bei meiner ersten Recherche nicht mit diesen Beiden identifizieren konnte. Ich glaube, dass diese Foren wichtig und richtig sind! Garantiert können sie vielen Frauen Hilfestellungen geben. Aber wie du selbst sagst muss jede Frau einen eigenen Weg finden. Meiner ist eben ein anderer!
      Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sein werden, sitzen wir doch in einem Boot!
      Unsere Männer sind schwul! Die gleiche Toleranz, die sich unsere Männer wünschen sollte es doch auch unter uns geben!
      Liebe Grüße
      FmH

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  6. Norbert
    15. März 2015

    Liebe ichbinich,

    es will dich keiner persönlich angreifen. Es tut mir Leid, wenn du das so empfunden hast. Es geht auch gar nicht um Tangiert. Es geht um die Frauen, die vom Hass zerfressen sind und nichts anderes mehr sehen.
    Ich habe hier auch kein schlechtes Wort über Tangiert geschrieben. Das würde ich auch nicht machen. Ich habe sogar bei der Gruppengründung von Tangiert Bremen mitgeholfen, obwohl man mich gewarnt hatte. Es stimmt Tangiert hat einen schlechten Ruf. Aber man muss sich sich auch die einzelnen Gruppen in Deutschland und die einzelne Frau im Besonderen ansehen. Gottlob können wir in Bremen zusammenarbeiten und auch zuhören, miteinander reden. Tangiert war sogar in unserer Gruppe.
    Ich finde fraumitherz einfach klasse. Sie hört zu. Sie überlegt und behält einen klaren Kopf. Dadurch gewinnt sie für sich und ihre Familie sehr viel – und natürlich meinen Respekt. Ich bin mir sicher, dass sie und ihr Mann sich weiterhin gut verstehen werden und gute Freunde werden, auch wenn es mal Höhen und Tiefen in den Gefühlen gibt. Und das ist gut. Gut für die Frau, die auch hoffnungsvoll in die Zukunft schauen kann, gut für den Mann, der nun seine wahre Sexualität kennen lernt und das Leben neu begreifen muss. Und das aller Wichtigste: Gut für die Kinder, die nicht zwischen Mutter und Vater entscheiden müssen.
    Unsere Kinder sind das beste, was wir alle zusammen zustande gebracht haben. Durch Hass – egal von wem – zerstören wir, weil wir sie dadurch nicht mehr sehen, ihr Leben. Nur wer als Elternpaar, trotz allen Schmerzes, gemeinsam an sich arbeitet, kann ein gutes Elternpaar sein.
    Fehler machen wir alle, Frau und Mann. Das ist nur allzu menschlich. Dazu sollte man aber stehen, egal welchen Geschlechts. Dann ist man wieder frei. Frei, um in die Zukunft zu sehen, Frei, das Leben neu anzupacken, Frei, um Neues zu entdecken. Wer frei ist, für den wird das Leben wieder lohnens- und lebenswert. Für alles andere ist das Leben zu kurz.
    Und nochmal: Es geht in erster Linie um unsere Kinder und später um die Enkelkinder. Das Leben geht weiter, so oder so. Aber es ist schön, wenn unsere Enkelin von meiner Schwiegertochter zu uns gebracht wird, damit wir auf sie aufpassen, weil die Eltern etwas vor haben. Unsere Enkelin hat dann ein Opa-Paar und die Kleine findet das ganz toll. Für sie ist das ganz normal.

    LG Norbert

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  7. caro
    19. März 2015

    da ich auch seit dem outing meines exmannes bei tangiert bin (ist fast 8 jahre her) möchte ich auch noch kurz was dazu sagen:
    es entsteht hier leider – ob gewollt oder nicht – doch sehr stark der eindruck das sei ein haufen hass-zerfressener frauen die sich dort in ihrem leid suhlen u nichts besseres zu tun haben als gegen ihre ex zu wettern. dem ist natürlich nicht so – wie ichbinich bereits geschrieben hat. es ist für die meisten die allererste anlaufstelle und schon die erkenntnis, das man nicht alleine ist, ist so wichtig am anfang.
    die frauen die dort aktiv sind haben es, bis auf einen verschwindend kleinen prozentsatz, doch geschafft, sich mit dem thema in ruhe auseinander zu setzen, die trennung zu verarbeiten und einen neuanfang zu machen. es gibt auch einzelfälle (!) wo frauen auch nach längerer zeit noch mit viel hass an ihren exmann denken, aber das ist eben die absolute ausnahme. und es ist nicht so, dass da nicht von den „erfahreneren“ frauen auch kritik dazu käme.
    mein exmann und ich haben für die kinder (damals noch im kindergarten- u grundschulalter) alles auch so schön kindgerecht gemacht wie hier beschrieben… sie haben ihren vater immer akzeptiert, weil ich es ihnen auch so vorgelebt habe. natürlich war ich anfangs mehr als verletzt, verzweifelt und auch sauer auf meinen exmann, dass er mir das so lange verheimlicht hat. doch ich habe schnell einen neuen partner gefunden u eine neue familie gegründet.
    aber trotzdem habe ich nicht vergessen, was das für ein schock ist, weil es eben nicht „nur“ eine normale trenung ist (wo zb einer fremdgegangen ist), sondern es kommen schon gedanken auf: warum hat der mich überhaupt geheiratet bzw „warum hat der das nicht früher gemerkt“… und auch wenn ich heute jemand von der trennung erzähle o das mein ex schwul ist kommen immer noch besondere reaktionen / anders als bei heterotrennungen. es ist also ganz und gar nicht das gleiche.
    ich drücke fraumitherz wirklich die daumen, dass es gerade die kinder gut verkraften auch auf lange sicht. das A und O wird sein, wie ihr damit umgeht und wie ihr gerade die jungs auffangt, wenn das wort „schwul“ dann das erste mal auf dem schulhof als schimpfwort fällt.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 13. März 2015 von und getaggt mit , , , , .
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