Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Gefühlswelten

Wie kannst du so glücklich sein, trotz deiner momentanen Lebensumstände?

Eine Frage, die in den letzten Wochen immer wieder im Raum stand. Sowohl von Außenstehenden, als auch von mir selbst! Natürlich frage ich mich häufig, warum es mir mit der momentanen Situation so gut geht. Eben aus diesem Grund sind meine Gefühle hier wohl auch immer wieder Thema. In den vergangenen Tagen habe ich, für mich, eine Antwort auf diese Frage gefunden!

In einem stetigen Prozess ist in den vergangenen Jahren in meiner Ehe etwas abhanden gekommen. Ich habe es gar nicht richtig wahrgenommen. Sonst hätte ich schon viel früher eine Reißleine gezogen. Ich habe einfach an den falschen Stellen nach den Fehlern meiner Ehe gesucht. Ich habe mir in der letzten Woche eine Auszeit von der Familie gegönnt. Ich war in der Sauna und habe Zeit für mich genossen. Danach habe ich mich mit einem wunderbaren Menschen getroffen. Dieses Treffen hat mir die Augen geöffnet. Ich weiß jetzt endlich, was mir seit Jahren in meiner Ehe gefehlt hat: Das Gefühl wahrer, tiefer, inniger, verliebter Zuneigung zu mir, so wie ich bin!

Am Anfang der Beziehung zu meinem Mann gab es dieses Gefühl! Auch in der Ehe war es häufig noch da! Wir haben uns geliebt! Aber die verschwärmten Blicke wurden immer weniger oder waren, wenn überhaupt, eher einseitig vorhanden. Eine emotionale Distanz wurde zwischen uns immer größer! Wie eine Mauer die langsam aber sicher immer weiter in die Höhe wächst, bis man sich irgendwann nicht mehr wahrnehmen kann. Diese Mauer haben wir nun von beiden Seiten gemeinsam eingerissen, soweit, dass wir uns an den Händen fassen können und gemeinsam, aber jeder auf seiner Seite an ihr entlanggehen können. Wir können uns beide von unserer Mauer entfernen, in unsere eigene glückliche Welt! Ein Welt, in der es andere Menschen gibt, die uns mit  verschwärmtem Blick ansehen, die uns Zuneigung und Liebe schenken! Aber wir können uns auch jederzeit an unserer Mauer treffen und gemeinsam ein Stück des Weges gehen. Unsere Kinder laufen auf der Mauer und können sowohl Papas als auch Mamas helfende Hand in Anspruch nehmen. Sie können jederzeit die Mauer in die eine oder andere Richtung verlassen, um später zu ihr zurückzukehren. Natürlich hat diese Mauer auch Pforten, an denen auch mein Mann und Ich  die Möglichkeit bekommen,  gemeinsam auf der gleichen Seite zu gehen, und später zurückzukehren. Ich entdecke auf meiner Seite gerade, dass es längst verlorengeglaubte Dinge gibt, die ich doch haben kann und die mich endlos glücklich machen.

Es gibt nur eine Sache, die mir momentan noch sehr schwer fällt. Es ist manchmal wie ein Wandel zwischen den Gefühlswelten, wenn ich mich aus dem Familienalltag zuhause zurückziehe, um Zeit für mich zu haben. Plötzlich ist alles ruhig und völlig entschleunigt. Ich genieße ganz bewusst den Augenblick, was aber auf keinen Fall bedeutet, dass mir meine Kinder dann nicht furchtbar fehlen!
Wenn ich dann nach Hause komme prasselt der Alltag und die Realität erst einmal so geballt auf mich ein, dass es mir fast schwer fällt wieder anzukommen.  Daran werde ich mich aber auch gewöhnen! Außerdem befinden wir uns ja noch in einer Entwicklung, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Wir werden sehen, wie es wird!

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4 Kommentare zu “Gefühlswelten

  1. caro
    7. April 2015

    jetzt ist mir klar warum du SO über das outing u deine gefühlswelt schreiben kannst … und damit so anders empfindest als die frauen die ich kenne und mich selbst.

    wer eine wirklich glückliche, liebevolle – auch sexuell erfüllte – partnerschaft hatte und dann von dem outing überrascht wird ist emotional viel zu tief verletzt und verstrickt, als dass er mit so viel innerem abstand schreiben könnte… aber jetzt verstehe ich, dass es für dich eine art „erleichterung“ war… es lag ja nun nicht an dir, dass ihr eine emotionale distanz hattet…

    dann ist aber dein „erleben“ auch nur für die allerwenigsten frauen beispielhaft, das ist vielleicht wichtig zu sagen!

    der abstand und die „abgeklärtheit“ mit der du die situation betrachtest ist deiner erleichterung geschuldet, dass es nicht an dir liegt und ich glaube deshalb legst du auch nach aussen so ein tempo vor – um endlich zeigen zu können, dass es eben nicht an DIR liegt – dass alle sehen, dass dein mann derjenige ist, der „anders“ ist (ohne wertung gemeint!).

    ich glaube, aus diesem grund fehlt dir auch so vollkommen das verständnis für die frauen, die jede minute hoffen, das schwul-sein möge vielleicht doch noch weggehen, alles sei ein schrecklicher alptraum und man müsse nur aufwachen… für diese frauen hört nämlich das leben „auf“ – für dich hat es mit dem outing angefangen!
    und das „umdenken“ / gewöhnen an die tatsache dass der geliebte mann nicht mehr zurückkommt, dass es nie mehr so ein wird wie früher, das muss erstmal bei einer betroffenen frau ankommen… da ist erstmal nur wut, hass, verzweiflung.. keine erleichterung…
    wenn du dich dann in einer gruppe nicht wiederfindenst, in der die meisten frauen so fühlen, dann liegt das nicht daran, dass die anderen frauen so „hasserfüllt“ sind o die perspektive wechseln sollten, sondern dass bei dir vorher schon ein prozess stattgefunden hat / du ja schreibst du hättest dich eigentlich auch vorher schon trennen können… das sind dann einfach zwei völlig unteschiedliche ausgangssituationen.

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    • Frank
      7. April 2015

      Hallo Caro,

      Auch wenn vielleicht schon vorher in der Ehe nicht mehr alles rosarot war, was verständlich ist, wenn ein Mann sich über Jahre mit dem Thema „schwulsein“ quält, finde es ich sehr anmaßend von Ihnen, hier der Blogschreiberin ein vollkommendes Fehlen von Verständnis gegenüber Frauen in ähnlichen Situationen vor zu werfen! Ich kenne auch eine Frau in meinem Umfeld, die ähnlich wie die Bloggerin reagiert hat.

      Gefällt 1 Person

    • fraumitherz
      7. April 2015

      Hallo Caro,
      warum nur habe ich wenn ich deine Kommentare hier lese immer wieder das Gefühl, dass du mit allen Mitteln versuchst mich, meine Ansichten und mein Verhalten schlecht zu reden??
      Ich habe in diesem Blog immer wieder betont, dass meine Ehe sich in den letzten Jahren verändert hat. Ich habe mehrfach erklärt, warum für mich das Coming Out ein „Befreiungsschlag“ war. Ich habe NIE behauptet, kein Verständnis für Frauen in „deiner“ Situation zu haben. Ich habe sogar darauf hingewiesen, dass mein Mann sich ehrlicher und offener als andere Männer verhalten hat und mir von seiner Vermutung homosexuell zu sein berichtete, bevor er sich seiner selbst im klaren war. Selbst den Punkt, dass bei mir vor dem Coming Out schon ein Prozess stattgefunden hat, habe ich mehrfach erwähnt!!! Genau diese andere Ausgangssituation habe ich meiner Meinung nach immer wieder beschrieben.
      Da bestätigt sich wohl wieder, dass jeder Mensch eine andere Art und Weise hat, Texte zu lesen! Jeder interpretiert mit seiner eigenen Sichtweise anders! Da freut es mich, dass du jetzt scheinbar ansatzweise meine Sicht der Dinge verstehst.
      Aber eines gibt es, was ich auf keinen Fall so auf mir sitzen lasse! Ich habe gestern nicht geschrieben, dass ich mich schon vorher hätte trennen können!!!
      Ich habe bis im November an meine Ehe und meine Liebe zu meinem Mann geglaubt! Ich war mir nur seiner Liebe zu mir unsicher! Hätte ich früher erkannt, dass von seiner Seite keine wahren sehnsüchtigen Liebesgefühle für mich mehr existieren, dann hätte ich ihn viel früher damit konfrontiert. Aber ich hätte mich nicht gleich getrennt!!! Das tue ich ja auch jetzt nicht! Was mein TEMPO betrifft, so lege ich es nicht an den Tag, um allen zu beweisen, dass ich völlig normal und mein Mann „anders“ ist! Völliger Blödsinn! Ich bin nur der Meinung, dass mein Mann lange genug hinter einer Fassade leben musste, nun hat er endlich die Möglichkeit frei sein zu dürfen, dann möchte ich ihm dabei auch nicht im Weg stehen. Ganz im Gegenteil! Ich möchte meinen Mann unterstützen wo immer ich kann!!! Ich habe immernoch, oder eigentlich gerade jetzt, aufrichtig und ehrlich ein starkes Gefühl von Zuneigung und Vertrauen zu ihm. Er ist der wichtigste Freund in meinem Leben! Der Vater meiner Kinder!
      Du schreibst für andere Frauen hört das Leben auf, für mich fängt es an! Mein Leben hat mit dem Tag meiner Geburt angefangen. Es war bisher ein schönes Leben! Mit Höhen und Tiefen. Die Zeit mit meinem Mann war definitiv ein Hoch! Die Zeit kurz vor und kurz nach dem Coming Out definitiv ein Tief! Auch ich musste verarbeiten, dass ich meinen Ehemann verliere! Aber auf jedes Tief folgt auch wieder ein Hoch! Ich habe mir in meinem Leben immer eine gewisse Selbstständigkeit bewahrt! Vielleicht ist es das, was mir hilft!

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  2. caro
    8. April 2015

    ok – auch DU willst meine kommentare wohl so verstehen, wie DU es willst u nicht so, wie es glaube ich verständlich geschrieben gemeint ist.

    du schreibst „ich hätte ehr die reissleine ziehen sollen“ – das heisst für mich, dass du wohl die ehe nicht mehr so weitergeführt hättest! das heisst NICHT, dass du nicht mit deinem mann gute eltern u viell freunde bleiben wollt!
    und dir fehlt offensichtlich einfach so VÖLLIG das verständnis für frauen die zwar in derselben situation sind wie du, diese aber anders wahrnehmen.

    ich wünsche dir viel glück bei deinem leben u dass für dich alles weiterhin so rosarot bleibt wie es ist.

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Dieser Eintrag wurde am 6. April 2015 von veröffentlicht.
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