Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Der leichtere Weg ist nicht immer der Richtige!

Das Leichtere
Es ist leichter zu denken
als zu fühlen –
leichter, Fehler zu machen,
als das Richtige zu tun.

Es ist leichter zu kritisieren
als zu verstehen –
leichter Angst zu haben
als Mut.

Es ist leichter zu schlafen
als zu leben –
leichter zu feilschen,
als einfach zu geben.

Es ist leichter zu bleiben,
was man geworden ist,
als zu werden,
was man im Grunde ist.

(aus Hans Kruppa, Das kleine Buch der großen Hilfe)

Ein Gedicht, das für mich sehr treffend zu unserer Entscheidung passt, einen gradlinigen, offenen und ehrlichen Weg für die Zukunft einzuschlagen. Einen Weg auf dem wir zu dem stehen wollen, was wir sind!

Heute ist Sonntag. Ein schöner sonniger, frühlingshafter Sonntag! Wir haben ihn sinnvoll genutzt. Mit unseren Kindern haben wir einen schönen und intensiven Familienspaziergang im Wald gemacht. Es war herrlich. Ich liebe den Wald. Dort kann man so herrlich den Gedanken freien Lauf lassen. Außerdem scheint es mir, als ob die schönsten und intensivsten Gespräche leichter in der freien Natur stattfinden, als in den Wohnzimmern dieser Welt. Zwischen Bäumen und Sträuchern kann man sich treiben lassen, man fühlt sich frei und lebendig!

Gestern habe ich ein langes Gespräch mit unserem Sohn geführt. Ich hatte die Vermutung es bedrückt ihn etwas. Auf meine Nachfrage wurde er sehr traurig. Er erzählte mir von seinen Ängsten:

  • Sind wir bald nicht mehr die Familie, die wir jetzt sind?
  • Ich habe Angst was passiert, wenn Mama oder Papa einen neuen Freund haben.
  • Wie wird die Zukunft?

Wir haben lange miteinander geredet. Ich habe ihm erklärt, dass auch Mama und Papa nicht immer wissen was die Zukunft bringt. Natürlich gibt es Menschen, die Mama und Papa jetzt kennen lernen, die sehr wichtig für uns sind! Aber diese neuen Menschen in unserem Leben ändern nichts an der Liebe zu unseren Kindern und auch nichts an unserem guten Verhältnis zueinander!
Er hat erlebt, dass Mama in den letzten Wochen häufig telefoniert. Lange telefoniert.
Seine Sorge hat er dann auch ganz klar auf den Punkt gebracht:
„Ich glaube du hast schon einen neuen Mann!“

Ganz offen und ehrlich habe ich ihm erklärt, dass es einen Menschen gibt, der mir in den letzten Wochen besonders ans Herz gewachsen ist. Aber auch dieser Mensch hat eine eigene kleine Familie, für die er immer da sein wird. Ich habe meinem Sohn Fotos von diesem Menschen und seinen Kindern gezeigt und ihm viel davon erzählt. Ich glaube dieses Gespräch ist uns beiden gleichermaßen schwer gefallen, aber am Ende ging es uns beiden besser.

Natürlich frage auch ich mich in solchen Situationen, ob ich tatsächlich den richtigen Weg gehe. Aber was wäre die Alternative? Heimlichkeiten? Unehrlichkeiten? Lügen?

Versuchen wir nicht gerade unseren Kindern beizubringen gradlinig, offen und ehrlich durchs Leben zu gehen? Wie könnten unsere Kinder dies Lernen und gleichzeitig das Vertrauen in ihre Eltern behalten, wenn gerade diese sich nicht daran halten?

Gestern war kein leichter Tag, weder für meinen Sohn, noch für mich!
Sicherlich werden auch noch viele schwere Tage folgen, aber ich bin mir sicher:

Der leichtere Weg ist nicht immer der Richtige!

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3 Kommentare zu “Der leichtere Weg ist nicht immer der Richtige!

  1. Norbert Jäger
    13. April 2015

    Liebe fraumitherz,

    der leichtere Weg ist fast nie der richtige Weg. Ihr aber seid auf einen guten Weg. Und wenn der Weg mal holperig ist oder man gar hinfällt, sieht man auf einmal am Wegesrand etwas Schönes an dem man sich erfreuen kann.

    Kinder sind sehr gute Beobachter. Sie haben ein ein sehr feines Gespür für Situationen innerhalb ihrer Welt. Veränderungen bei den Eltern registrieren sie. Kinder können diese Veränderungen nicht immer richtig deuten und dann fragen sie. An dieser Stelle hast du absolut richtig gehandelt. Mit den Kindern reden und sie Ernst nehmen schafft Vertrauen. Vertrauen ist wichtig, baut Ängste ab und schafft Selbstvertrauen. Egal wie sich die Zukunft, die wir alle nicht kennen, entwickeln wird, haben Kinder ein Recht auf ehrliche Antworten.

    Und das Gedicht von Hans Kruppa gefällt mir außerordentlich gut.

    Liebe Grüße aus Bremen
    Norbert

    Gefällt 1 Person

  2. Jan
    13. April 2015

    Liebe Fraumitherz,

    erst einmal Hut hab für das offene und ehrliche Gespräch mit Deinem Sohn. Das Du ihm so toll begegnet bist verdient aus meiner Sicht Beifall!
    Einem Kind diese Situation zu erklären ist nicht leicht und dem Kind die Angst zu nehmen ist an dieser Stelle sehr schwer und ich finde Du bist ganz toll damit umgegangen!
    Eine Idee möchte ich Dir gern für die nächste ähnliche Frage der Kinder mit auf den Weg geben. Ich würde ihnen vermitteln das Mama und Papa immer Mama und Papa bleiben werden und ihr seit auch immer für sie da. Ja – es ändert sich etwas, und es wird nun 2 weitere nette Menschen in ihrem Leben geben die auch für sie da sein werden und somit die Familie ein kleines bisschen größer und bunter wird. Es gibt auch andere Kinder die in solchen größeren Familien aufwachsen und Mama und Papa sorgen „bei Euch“ dafür das es zwei nette Menschen sind die die Familie vergrößern.
    Eine kleine Randnotiz noch zum Schluss, der Begriff Familie bezieht sich eher auf die Sichtweise der gefühlten Familie der Kinder. Im bisherigen Umfang bestehend aus Mama, Papa und den beiden Kindern wandelt sich in Kindersicht zu Mama mit Freund und Papa mit Freund und Kind 1 und Kind 2.
    Erwachsene nehmen in der Regel den Kreis der Lebensgemeinschaft als Familie wahr und da sich dieser bei Euch mit größter Wahrscheinlichkeit wandelt werdet Ihr Eure Kinder immer als Familie ansehen aber in der Regel die neuen Partner nicht in selbem Umfang. Die Sichtweise wird dann sein Ich und „neuer“ Partner und meine Kinder und ggf. seine Kinder. Wobei die Beziehung zu den Kindern variabel stark ist, je nach räumlicher Trennung.

    Wenn alle beteiligten an einem Strang zieht wird die Famile größer und kann eine Bereicherung für alle sein, ich wünsche es Euch!

    Einen lieben Gruß vom Jan

    Gefällt 1 Person

    • fraumitherz
      13. April 2015

      Lieber Jan,
      danke für deine Anregungen. Ich werde sie gerne im Hinterkopf behalten. Die Aussage Mama und Papa werden immer Mama und Papa bleiben bekommen meine Kinder derzeit fast täglich zu hören. Immer wenn ich die beiden ins Bett bringe, nehme ich sie in den Arm und sage ihnen, wie sehr Papa und ich sie lieb haben, dass sie dies nie vergessen dürfen! Und dass, genau wie du es auch vorschlägst „Mama und Papa immer Mama und Papa bleiben werden!“ Ich liebe meine Kinder über alles!
      Liebe Grüße
      Frau mit Herz

      Gefällt mir

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Dieser Eintrag wurde am 12. April 2015 von veröffentlicht.
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