Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Ist Reden Silber und Schweigen ist Gold?

Ja, immer wieder in unserem Leben stellen wir fest, dass es besser gewesen wäre, einfach mal den Mund zu halten. 🙂 So wie ich in den letzten Tagen, hier auf meinem Blog. Ich habe was das Bloggen betrifft einfach mal ein bisschen runtergeschraubt. Mir persönlich fällt es leichter zu schreiben, wenn meine Gedanken mal wieder eine Pause hatten.

Klar gibt es Lebenssituationen, in denen man mit dem was man sagt, die Ausgangssituation nur noch verschlimmert. Was allerdings unsere momentane Familiensituation betrifft, so kann ich nur feststellen:

Schweigen ist Silber, Reden ist Gold!

Mittlerweile haben wir allen wichtigen Personen unsere missliche Lage erklärt. Dabei ist eines ganz klar geworden: Es spricht sich durch das Dorf!

Viele haben unsere Geschichte bereits gehört, fühlen sich allerdings unsicher im Umgang mit uns. Es kennt wohl jeder von uns dieses Gefühl. Man hört eine Geschichte über die Person X. Man weiß nicht, wie viel Wahrheitsgehalt diese Geschichte hat. Dann trifft man Person X. Aber wie verhält man sich? Darf man das Thema ansprechen? Oder ist die einfache Frage „Wie geht es dir?“ schon zuviel? Wie weit darf man gehen, oder wo sind die persönlichen Grenzen von Person X schon überschritten? Und wo stoße ich bei so ernsten Themen an meine Grenzen? Was will ich eigentlich wirklich vom Betroffenen direkt hören, und was lieber nicht??

Dann gibt es da noch die andere Seite der Medaille:

Wir haben bewusst unsere Geschichte erzählt.
Wir wissen, dass im Ort über uns gesprochen wird, aber wo ist das Thema bereits angekommen? Wer hat noch keine Ahnung? Es ist ein komisches Gefühl durch den Ort zu laufen, freundlich gegrüßt zu werde und mit Leuten zu plaudern, auch wenn diese sonst eigentlich nie für ein Pläuschchen stehen bleiben. Man hat ständig Fragen im Kopf: Was wissen diese Leute über mich? Wie denken sie darüber? Müsste es mir nicht eigentlich egal sein? Würden sie jetzt genauso mit mir reden, wenn sie meine Geschichte kennen? Oder kennen sie sie schon?

Dann gibt es Menschen, die tatsächlich noch keine Ahnung haben, was der Auslöser für die Erkrankung meine Mannes war. Man trifft sie zufällig beim Einkaufen und mit großer, aufrichtiger Besorgnis stellen sie die Frage: Wie geht es deinem Mann?? Natürlich würde ein schlichtes „Gut!“ völlig ausreichen. Aber manche Menschen sind einem so wichtig, dass diese Antwort einem doch nicht richtig erscheint. Man möchte sich erklären, auch wenn es keine Notwendigkeit dafür gibt. Dann stellt man sich die Frage, gibt es einen richtigen Augenblick, einen richtigen Ort, um mit Mitmenschen über das Thema „schwuler Ehemann und Vater“ zu reden?? Ich entscheide spontan aus dem Bauch heraus. Es ist immer personen- und situationsabhängig, was ich antworte.

Es muss wohl jede betroffene Familie ihren eigenen Weg durch das Coming Out finden.
Wir bekommen für unseren offenen Weg viele positive Rückmeldungen!
Da wir selbst unsere Geschichte erzählen, bleibt kaum Raum für Spekulationen.
Viele sind dankbar für unsere Offenheit, weil sie den Umgang mit uns vereinfacht.
Andere äußern Respekt für unseren Mut!

Ich möchte an dieser Stelle ein großes Dankeschön aussprechen an alle die Menschen, die uns in den vergangenen Wochen zugehört haben. Menschen die für uns da waren und sind. Verwandte, Freunde und Bekannte, die uns unterstützen, aber auch durchaus Kritik äußern, an dem Weg den wir gehen.

Natürlich sage ich auch Danke an alle, die meinen Blog verfolgen und ihn durch Kommentare, Emails, Telefonate und persönliche Gespräche direkt oder indirekt mitgestalten.

DANKE!

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Ein Kommentar zu “Ist Reden Silber und Schweigen ist Gold?

  1. Hans-Georg
    22. April 2015

    Je offener ihr mit dem Thema umgeht – umso besser ist es für alle. Möglicherweise wird sich dabei die Spreu vom Weizen trennen. Aber auf die Spreu kann man gut verzichten.
    Bei mir habe ich keine Spreu gefunden obwohl die Situation in unserer Familie eine andere war als bei euch.
    Ich denke, ihr seid auf dem richtigen Weg!

    Gefällt 2 Personen

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Dieser Eintrag wurde am 21. April 2015 von veröffentlicht.
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