Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Des einen Freud ist des anderen Leid

Ich bin der festen Überzeugung, dass ich mich mit meiner Familiensituation gut arrangiere. Prinzipiell ist es auch so. Ich weiß, wo die Reise hingehen wird. Ich weiß nach wie vor was ich will und wo ich bleibe. Dennoch gibt es Augenblicke, die mich einfach aus den Latschen hauen! So gestern: Ich war gerne Gast auf einem 20. Hochzeitstag. Respekt für jedes Ehepaar, dass es so weit schafft. Herrliches Wetter, Gartenparty, ausgelassene Stimmung, nahezu alles perfekt im Sinne der Gastgeber und der Gäste. Zum Glück war die Stimmung ausgelassen, alle waren fröhlich, viele Gäste freuten sich des Wiedersehens nach so vielen Jahren. So auch ich. Ich freute mich tatsächlich den einen oder anderen Gast wiederzusehen und habe das Fest anfänglich auch sehr genossen, auch wenn meine Stimmung aufgrund meiner eigenen Familiensituation schon etwas gedrückt war. Irgendwann allerdings begann meine Stimmung mit den Gesprächsthemen der anderen Gäste zu kippen. Da war die Rede vom Familienleben im Reihenhaus Idyll. Dann wurden die neuesten Informationen ausgetauscht über Trennungen/Scheidungen, und er/sie hat sogar schon eine/n Neue/n. Das geht doch nicht. Wenn man heiratet, dann doch für immer. Das gibt man doch nicht einfach so auf. Und früher hat man 20. Hochzeitstage auch nicht gefeiert. Da gab es die Hochzeit, die Silberhochzeit und dann die Goldene Hochzeit! Hilfe … ich musste da raus! Bei aller Liebe zu den Gastgebern, für mich wurde die Situation irgendwann unerträglich. Vor einem Jahr hätte ich noch prima in diese Gesellschaft gepasst. Auch ich lebte ein scheinbar perfektes Leben im eigenen Haus mit Garten, mit glücklichen Kindern, mit einem Job der Spaß macht! Auch ich konnte mich kritisch zu Trennungen anderer Leute äußern und habe glücklich meinen 10. Hochzeitstag gefeiert. Ich muss sagen, ich habe in den vergangenen 11 Jahren schöne Dinge erlebt. Ich teile mit meinem Mann viele wunderbare Erinnerungen. Ich bin der Überzeugung, dass wir in 11 weiteren Jahren auch mit einem Lächeln auf die Vergangenheit zurückblicken können und sagen können, wir sind ein gutes Team und haben unser Leben gut gemeistert.  Die Dinge die wir gerade erleben, erweitern definitiv den eigenen Horizont. Ich stelle mit entsetzen fest, wie vorschnell ich bisher Menschen in eine Schublade gesteckt habe, ohne Dinge und Taten zu hinterfragen. Ich habe sicherlich vielen Menschen durch vorschnelles Denken unrecht getan. Aber wir Menschen sind wohl geboren, um aus unseren Fehlern zu lernen. Wir sollten uns kein Urteil über andere Menschen bilden, ohne den wahren Menschen und die wahren Umstände hinter der äußeren Fassade zu kennen. Und ich bin mir sicher, die Silberhochzeit in fünf Jahren werde ich auch in vollem Umfang genießen können. Der Umbruch in meinem Leben ist wohl einfach zu aktuell!

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Ein Kommentar zu “Des einen Freud ist des anderen Leid

  1. Jan
    25. Mai 2015

    Liebe Frau mit Herz,

    ich verstehe Dich – ich verstehe Dich sogar sehr gut!

    – In Deinem Beitrag „Homosexualität gehört ins Schlafzimmer, nicht in die Öffentlichkeit“ vom 25.03.2015 Habe ich in meinem Kommentar geschrieben „Oft gruppieren wir Sachen, so auch Menschen, in unserem Leben oder wir ordnen in Schubladen.“
    Ja, das ist so. Wir machen das um Dinge vergleichen zu können um Dinge abzugrenzen, um sie unterscheidbar zu machen. Alle Menschen die ich kenne machen das inkl. Mir. So funktioniert ein Teil unseres Denkweise. Warum das so ich kann ich nur vermuten, Entweder weil wir so genetisch veranlagt sind oder es uns so beigebracht bzw. vorgelebt wurde. Jeder, aber auch wirklich jeder macht mal einen Fehler aber das wunderbare an uns Menschen ist das wir in der Lage sind unsere Denkweise zu ändern, eine andere Haltung zu einem Thema einzunehmen und dann mit den neuen Erkenntnissen die wir gewonnen haben umzudenken.

    – In unserer Gesellschaft unterhalten wir uns ständig über andere Menschen, das kann Klatsch und Tratsch sein, ein Dialog nach einem Bewerbungsgespräch, das Erkundigen nach dem Gesundheitszustand oder wie groß das Kind geworden ist, das jemand heute Geburtstag hat oder mal wieder jemand Krank ist und so weiter und so weiter.
    Jaaaaaaaa und dazu gehört auch das wir uns darüber unterhalten wer sich gerade getrennt hat, in Scheidung lebt, schwul oder gestorben ist oder „weil man innerhalb von 5 Woche 9 unterschiedliche Autos vor der Haustür eines Singels gesehen hat muss das ja dann mit Abstand wohl die neue Dorfmatratze sein *lach* Ja wir reden und reden und reden und manchmal tun wir damit auch anderen unrecht weil wir z.b. Sachen falsch interpretiert haben, nur die Hälfte einer Situation kennen oder auch mal etwas dazudichtet, egal ob bewusst oder unbewusst.
    Über mich wurde mal gesagt das sich mein Exfreund hat von mir aushalten lassen. Zugegeben das ist nichts nette was da über uns gesagt wurde aber hey, das passiert in der Gesellschaft in der wir leben. Weißt Du, meine lieben Freunde und Kollegen kennen mich besser und sie wie es wirklich um meinen Ex und mich stand. Ich weiß das geklatscht und getratscht wird, das ist im Leben so! Ich kann es auch bei anderen nicht ändern, ich kann aber bei mir schauen wie ich damit umgehe wenn mir jemand zuflüstert, das eine Ehe in die Brüche gegangen ist, der neue Pastor unserer Gemeinde schwul ist oder jemand verurteilt wurde. Ich schaue auf mich und was ich selber daraus mache und was ich den Nachrichtenüberbringern dann Antworte.
    Ok, ok, ok auch ich bin nur Mensch und mal bricht es in mir auch aus und ich klatsche und tratsche mit, hahahahaha.

    – Das Du Dich so deplatziert und schlecht gefühlt hast auf der Feier tut mir wirklich sehr leid. In Deinem letzten Beitrag „Wut und Unmut“ hast Du am Ende sehr weise geschrieben „Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten, Weitergehen“ In der Gesellschaft gibt es immer wieder das Bild von der glücklichen Familie mit Rheinendhaus und einem schicken Kombi vor der Tür. Ja das gibt es – das gibt es in guten wie in schlechten Zeiten und bei manchen ist es auch mehr Schein als Sein (Ups nun lasst und aber mal nicht anfangen zu klatschen hahahhaha). Ich habe auch Freunde die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben oder die Lieber einen RAV oder Z3 vor der Tür stehen haben oder welche die von vornherein eine Ehe ablehnen und lieber „wild“ zusammen leben.
    Bei solchen Diskussionen werfe ich gern ein, dass jeder Mensch in seinem Leben seinen Lebensmittelpunkt mit seinen Zielen definiert. Wenn das nicht verstanden wird versuche ich es mit den Worten das jeder selber Bestimmt was er will und wie er sein Leben gestaltet und das nirgends steht das man ein Häuschen mit Kindern und Kombi haben muss. Für jeden der das erstrebenswert findet der kann und soll dieses Ziel auch gern erreichen ABER jemand der seine Ziele anders definiert hat das Recht in seinem eigenen Leben mit seinen eigenen Zielen glücklich zu werden. Es gibt niemanden der darüber Richtet welche Ziele richtig und welche falsch sind, das ist mehr so eine Art Geschmackssache.

    Einen ganz lieben Gruß vom Jan

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Dieser Eintrag wurde am 25. Mai 2015 von veröffentlicht.
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