Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Zeit ist relativ

Donnerstag, 02.07.2015

Sohn: „Mama welchen Tag haben wir heute?“
Mama: „Donnerstag“
Sohn: „Schon? Dann darf ich ja nur noch zwei Mal in dieser Woche zur Schule!“
Mama: „Erst! Ich muss noch zwei Tage arbeiten!“
(Anmerkung: Ich liebe meinen Job, aber in der vergangenen Woche war die Hitze unerträglich!)

Es ist schon interessant wie unterschiedlich wir Menschen die Zeit und andere Dinge einfach aufgrund unseres eigenen Charakters, unserer eigenen Interessen und Vorlieben, unserer Werte und unserer gerade gegebenen Lebenssituation wahrnehmen.

Selbst die zehn Jahre Ehe, die mein Mann und ich ohne den Schatten des Regenbogens erlebt haben, lassen sich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Für mich waren es in erster Linie zehn wunderschöne Jahre. Zehn Jahre, aus denen zwei wunderbare Kinder und eine Seelenverwandtschaft für die Zukunft gewachsen sind. Rückblickend betrachtet hätten diese Jahre auch langsamer vergehen dürfen.

Auf der anderen Seite waren es aber auch zehn Jahre, in denen viel Leid und Trauer vorhanden waren. Damit meine ich nicht unsere Ehe direkt, sondern die Verluste in der Familie, lange Krankheiten, Familienstreitigkeiten,… diese zehn Jahre hätten gerne doppelt so schnell vergehen können.

Wie sagt man so schön: Freud und Leid liegen dicht beieinander.

Ich bin nun eine Ehefrau eines schwulen Vaters, der immer offen und ehrlich gehandelt hat. Es gab Anzeichen einer Veränderung in der Beziehung, natürlich! Aber betrogen wurde ich nie! Für meinen Mann muss diese Zeit des Erkennens seiner Selbst ein ewig langer Prozess sein. Für mich war er das auch! Diese Unwissenheit, was eigentlich in dieser Ehe nicht mehr stimmt, war nicht immer leicht.

Um so schneller vergeht die Zeit seit dem Coming Out.

Ein Wanderer der mit schweren Lasten auf dem Rücken lange Strecken läuft wird immer langsamer und schwermütiger! Erlangt er aber die Erkenntnis, dass er viele Dinge in seinem Rucksack am Ziel seiner Reise nicht mehr braucht und trennt sich von diesen Dingen, dann wird sein Weg um einiges leichter.

In der Zeit vor dem Coming Out war mein Rucksack so voller Sorgen und negativer Gedanken, voller Selbstkritik und Selbstzweifel, dass die Nähte zu platzen drohten. Nach dem Coming Out konnte ich mich von diesen Selbstzweifeln befreien, konnte mich selbst wieder mögen.

Aber es gibt halt auch andere Frauen mit anderen Männern. Frauen schwuler Väter, die nicht gleich klar erkennen, was eigentlich los ist. Die sich nicht trauen, ihren Frauen den Verdacht zu erläutern, um dann gemeinsam eine Lösung zu finden. Männer, die sich erst für sich selbst sicher sein wollen, bevor sie Ihre Ehe und die Traumfrau aufs Spiel setzen. Wenn sich dann diese Frauen mit Affären und Ehebruch konfrontiert sehen, ist eine Vertrauensbasis wohl vollkommen zerstört. Diesen Frauen wird mit dem Coming Out oft erst eine wirklich schwere Last auf die Schultern gelegt.

Dennoch gibt es viele unterschiedliche Wege mit dem Coming Out umzugehen. Man kann sich abwenden und eine schnellstmögliche Trennung fordern. Man kann versuchen um die Ehe und den Mann zu kämpfen, allerdings erschließt sich für mich nicht nachvollziehbar mit welchem Ziel. Oder man kann verzeihen und gemeinsam neue Wege in eine andere Zukunft finden.

Ziel sollte doch eigentlich immer für alle Beteiligten sein mit dem eigenen Leben glücklich zu werden.
Der Eine benötigt dafür viel Zeit, dem Anderen fällt es leichter!
Wieder Andere werden vom Glück geradezu überrollt, weil sie es so noch gar nicht erwartet hatten.

Zum Glück gibt es in dieser Welt keine klar Regelung, wann man nach einem Schicksalsschlag wieder glücklich sein darf.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern Viel Glück! 🙂

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Dieser Eintrag wurde am 6. Juli 2015 von veröffentlicht.
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