Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Irgendwann heißt es Abschied nehmen!

Es überrascht mich Tag für Tag, dass trotz fehlender Blogeinträge regelmäßig Besucher auf meinen Blog kommen! Sicherlich wird es immer mal wieder den Einen oder Anderen geben, der sich in dem gleichen Thema befindet, sei es nun auf Seiten des schwulen Mannes, der Ehefrau eines schwulen Vaters vielleicht aber auch eine lesbische Mutter, oder ihr Ehemann. Nach wie vor hoffe ich, dass dieser Blog dann ein Denkanstoß, eine Anregung, eine kleine Hilfe oder in irgendeiner anderen Weise etwas Positives sein kann. Vielleicht „verirrt“ sich auch jemand hier her, der eigentlich noch nie mit diesem Thema in Kontakt gekommen ist und gewinnt wie ich eine neue Sichtweise auf das Leben.

Mein Leben hat sich sehr verändert. Es rauscht derzeit nahezu an mir vorbei.

Ich gehe wieder in die Schule. Dort habe ich in der vergangenen Woche meinen erwachsenen Mitschülerinnen und meiner Lehrerin erklärt, was Regenbogenfamilien eigentlich sind. Der Begriff war völlig unbekannt. Noch vor einem Jahr kannte ich ihn auch nicht. Klar, woher soll man ihn auch kennen. In diesem ländlichen Raum wird man ja auch kaum mit solchen Familienmodellen konfrontiert. Die Schule macht mir Spaß und ich bin motiviert das eine Jahr gut zu meistern.

Am Arbeitsplatz fühle ich mich nach wie vor sehr wohl. Ich habe den Beruf gefunden, der mir Spaß macht und den ich mit Herz und Seele machen möchte. Außerdem habe ich ganz besondere Arbeitskollegen, die mich an besonders schwierigen Tagen auch schon mal auffangen mussten.

Was Freunde und Familie betrifft, so hat das vergangene Jahr eindeutig gezeigt, dass wahre Freunde, egal ob immer dagewesen oder jetzt erst kennengelernt, auch in schwierigen Zeiten da sind!
Ebenso wie die Familie, die wohl selbst erst einmal lernen muss mit den Veränderungen umzugehen. Schwierige Zeiten schweißen zusammen, dass merke ich Tag für Tag an meinen Kindern.

Meine Kinder, meine großen Jungs, auf die ich so unglaublich stolz bin, weil sie die vielen Neuigkeiten, die im vergangenen Jahr auf sie eingestürzt sind so stark und tapfer meistern! Aber ebenso die Jungs, für die ich alle Kraft aufbringe um sie aufzufangen, wenn die Last auf ihren Schultern wieder einmal doch zu schwer wird.

Wer meinen Blog verfolgt hat, wird sich nun sicherlich fragen: Und was ist nun mit ihrem Mann?

Ich möchte ihn lieber beim Vornamen nennen, jedoch scheint mir dies in einem öffentlichen Blog nicht passend. Er ist der Vater meiner Kinder, ja! Aber ich glaube, wenn er tief in sein Herz hineinhorcht, dann ist er nicht mehr mein Mann. Sein Herz hat eine neue Heimat gefunden. Ebenso wie meines. Was unsere gemeinsame Geschichte angeht, so scheint mir, sind wir irgendwie an einem Ende angekommen. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass ich vor einem Jahr auf seine Aussage „Wir machen das alles ganz in Ruhe, mit Bedacht!“ geantwortet habe „Ich glaube nicht, dass das funktioniert! Ich gebe uns ein Jahr!“.

Am 10.11.2015 jährt sich der Tag an dem ich von der Homosexualität meines Ehemannes erfahren habe zum ersten Mal.

Ich werde mich aus diesem Blog vorerst zurückziehen. Natürlich freue ich mich weiterhin über jede Email, jeden Kommentar, jede Kritik und jeden Zuspruch! Sicherlich werde ich von Zeit zu Zeit auch mal einen Eintrag machen, wenn neue Dinge in meinem Leben passieren, die die Geschichte um die „Liebe im Schatten des Regenbogens“ betreffen. Daher freue ich mich auch weiterhin über jeden Follower.

Allen ebenfalls betroffenen Frauen wünsche ich Kraft und Mut ihren Weg zu gehen.
Allen ebenfalls betroffenen Männern wünsche ich Kraft und den Mut zur Ehrlichkeit!
Allen betroffenen Kindern möchte ich sagen: Bleibt wie ihr seid, denn genau so seid ihr richtig!

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2 Kommentare zu “Irgendwann heißt es Abschied nehmen!

  1. gerritjanappel
    20. Oktober 2015

    Ganz, ganz vielen Dank für dieses Jahr mit all den spannenden Einblicken, die du uns gewährt hast.

    Dass es hier jetzt ruhiger wird, sehe ich – nicht zuletzt aufgrund deiner erläuternden Worte – als eher positives Zeichen: Da ist ein ganz neues Puzzle auf den Tisch des Lebens geworfen worden. Die Teile waren wild durcheinander, jetzt sind sie sortiert und können immer mehr zu dem fertigen Bild zusammengesetzt werden bzw. es geschieht derzeit.

    Und je mehr Teile an ihren Platz rücken, desto geringer wird die „Wie soll ich das je schaffen?“-Unsicherheit, die man ganz zu Anfang hatte. Und das ist doch durchaus positiv, oder? (Ich hoffe, meine Methapher hinkt nicht allzu sehr und es wird deutlich, was ich meine).

    Euch allen toi-toi-toi für die Zukunft – und über den ein oder anderen Gruß zwischendurch würden wir Follower hier uns auf jeden Fall freuen!

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  2. Frank
    21. Oktober 2015

    Dem tollen Vorredner Gerrit Jan kann ich mich eigentlich nur anschließen…..alles Liebe und Gute für euch!

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Dieser Eintrag wurde am 20. Oktober 2015 von veröffentlicht.
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