Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Und ich kann doch nicht ohne meinen Blog :-)

Manchmal geschehen Dinge, mit denen man einfach nicht rechnet. So bin ich in den letzten Wochen eigentlich zu jeder Veranstaltung im Freundes oder Bekanntenkreis entweder alleine gegangen, oder mit meinem Freund. Mein Mann und ich haben uns sehr voneinander distanziert. Am vergangenen Wochenende wurde nun eine Goldene Hochzeit in der Nachbarschaft gefeiert. Wir wohnen zwar nicht mehr zusammen, dennoch waren mein Mann und ich gemeinsam zu diesem Fest eingeladen. Eine merkwürdige Situation. In den letzten Wochen sind wir doch fast ausschließlich getrennte Wege gegangen. Ein freundschaftliches Verhältnis hat sich zwischen uns aufgebaut. Es gab Kriesenzeiten, in denen ich glaubte die Verbindung zwischen uns nur schwer aufrecht halten zu können, aber am Wochenende musste ich dann feststellen, dass wir uns nach wie vor eigentlich prima verstehen.

Goldene Hochzeit! Noch vor etwas mehr als einem Jahr hätte ich alles dafür getan, diesen Tag auch irgendwann einmal mit meinem Mann feiern zu dürfen. Jetzt trauere ich nicht mehr darum. Nicht, weil ich ihn nicht mehr mag, sondern weil die Umstände es uns einfach nicht mehr erlauben. Am Samtsagmorgen fuhr ich mit unseren Kindern am Haus des Goldpaares vorbei, dass mit einem wunderschönen Kranz festlich geschmückt war. Mein Sohn sagte in diesem Moment zu mir: „Mama, die Nachbarn sind schon 50 Jahre verheiratet. Eine sooo lange Zeit. Du und Papa, ihr habt nicht einmal 12 Jahre geschafft.“

Ernüchternde Worte, aber so wahr!

So waren mein Mann und ich also am vergangenen Samstag, gemeinsam zu einem so emotionalen Fest eingeladen. Ich habe mich sehr auf diesen Tag gefreut. Es war ein schöner entspannter Morgen, ich hatte blendende Laune, freute mich auf das Fest. Als ich dann aber in der Kirche saß, neben meinem Mann, und den Pastor von den wichtigsten Werten des Lebens reden hörte, nämlich Gott, Liebe und Treue, da schlug meine Stimmung schlagartig um. Als dann noch der festliche und zugleich emotionale Gesang eines Chores in der Kirche ertönte, da konnte ich nichts mehr tun. Eine tiefe Trauer überkam mich. Ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Einerseits war es die Freude für dieses Ehepaar, das es trotz aller Höhen und Tiefen geschafft hat, diese lange Zeit Hand in Hand durchs Leben zu gehen, andererseits war es wohl auch immernoch eine gewisse Trauer, die selbst gesetzten Ziele so kampflos aus den Augen verlieren zu müssen.

Eines ist mir aber an diesem Tag sehr positiv in Erinnerung geblieben. Mein Mann und ich waren nicht mehr als Ehepaar auf diesem Fest zu Gast! Die meisten Anwesenden dürften wohl wissen, dass wir in getrennten Wohnungen leben, und neue Partner in unsere Leben getreten sind! Aber wir waren dennoch irgendwie gemeinsam auf dieser Feier, als genau das, was ich mir vor einem Jahr gewünscht habe: als Freunde. Wir haben gemeinsam geweint, gelacht, geredet und eine schöne Zeit verbracht. Ich hatte in den letzten Wochen sehr viel Angst, dass uns gerade dieses freundschaftliche Verhältnis nicht gelingen würde. Jetzt bin ich wieder optimistisch. Trotz aller Höhen und Tiefen in diesem ganzen emotionalen Chaos scheinen wir doch irgendwo noch auf einer Wellenlänge zu sein. Das freut mich und gibt mir Zuversicht, dass wir unseren Weg auch weiterhin meistern werden.

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Dieser Eintrag wurde am 16. November 2015 von veröffentlicht.
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