Liebe im Schatten des Regenbogen

Frauen schwuler Väter sind Frauen cooler Väter

Wie ist/war es bei euch??

Ich finde es interessant zu hören, wie ihr das Coming Out erlebt habt. Wie haben eure Familien, eure Freunde, eure Verwandten oder der Ort reagiert? Vielleicht kann es auch anderen Betroffenen helfen zu sehen, dass es viele verschiedene Wege gibt.
Ich würde mich also freuen, wenn der ein oder andere hier seine Geschichte hinterlässt. Nutzt die Kommentarfunktion!

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2 Kommentare zu “Wie ist/war es bei euch??

  1. Heino Pickbrenner
    26. Februar 2015

    Hallo liebe Bloggerin,
    Dein Blog, ich erlaube mir mal ein lockeres „Du“, finde ich beeindruckend und sehr gut. Ein kleines Juwel im weit verzweigten Web.

    Ich selbst bin schwuler Familienvater und Ehemann, mittlerweile Anfang Fünfzig, seit 31 Jahren mit meiner Ehefrau zusammen, davon mittlerweile 27 Jahre verheiratet. Fünf Kinder, zumeist bereits erwachsen, eine Nachzüglerin von 10 Jahren. Ich lebe mit meiner Familie zusammen, meine Frau und meine Kinder wissen seit vielen Jahren, dass ich schwul bin. Mittlerweile habe ich einen festen Freund, der Teil unserer Familie geworden ist. Selbstverständlich beruht diese „Freiheit der Möglichkeiten“ auf Gegenseitigkeit…
    Auf die Frage, ob ich meine Frau liebe, kann ich, sicherlich ebenso wie sie, bedingungslos mit Ja antworten. Gemeint ist mit dieser Liebe ein unverbrüchliches Vertrauen in den Partner, das sich über viele Jahre und zahllose gemeinsam bestandene Herausforderungen gefestigt hat.

    Die Erkenntnis, schwul zu sein, vollzieht sich – meines Erachtens nach – in mehreren Schritten, die gleichzeitig individuell unterschiedlich hohe Hürden darstellen. Die Selbstverortung ist der erste Schritt, die Erkenntnis der eigenen Homosexualität. Dies war mir nicht einfach. Ich bin sicher, es geht noch immer vielen schwulen Männern, je nach Lebenssituation und Sozialisierung, ähnlich. Dem Normalitätsanspruch gehorchend heiratete ich und geriet in eine klassische Familienkonstellation mit Haus und Kindern. Lediglich eine rastlose Unzufriedenheit und ziellose Getriebenheit, die ich durch aufwändige Projekte aller Art kompensierte, waren Ausdruck meiner seelischen Schieflage. In einem Lebensabschnitt, der dem Zustand „wunschlos glücklich“ sehr nahe kommen müsste, plagten mich suizidale Gedanken und tiefe unbestimmbare Zerrissenheit.
    Dank meiner Frau, die eine sehr aufgeschlossene Position zu Homosexualität hat, und einem stets offenen Gesprächsklima gelang mir – oder uns – meine Selbstverortung und das Eingeständnis „zumindest schwule Neigungen“ zu haben.
    Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mir war die innere Akzeptanz schwul zu sein. Auch hier half meine Frau mir durch Bestärkung und später so manche dosierte Indiskretion im Freundeskreis. Vor einigen Jahren stieß ich zu den Schwulen Vätern in Hamburg und fand mich dann im Kreise von Männern mit ähnlichen, aber auch ganz anderen Lebenssituationen. Die Schwulen Väter und die Akademie Waldschlösschen hatten bei mir einen großen Anteil daran, mich als schwulen Mann zu wirklich zu akzeptieren.
    Mittlerweile gehe ich offen mit meinem Schwulsein um. Ich war noch nie in meinem ganzen Leben so glücklich und so sehr im Einklang mit mir selbst.
    Ich glaube, dass Du mit Deinem Ehemann den richtigen Weg gehst. Das Blog ist ein guter Schritt und ein großer Dienst für andere Frauen und Männer in ähnlichen Konstellationen. Im Waldschlösschen treffen sich übrigens regelmäßig ca. 80 schwule Väter in unterschiedlichen Lebenssituationen und mit unterschiedlichen Biografien. Die Gruppen in den Großstädten sind nicht klein, auf Hamburgs Gruppenliste stehen ungefähr gut fünfundzwanzig Namen. Und ich vermute, dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher.
    Von mir ein „Respekt!“ an Dich und ein „Weiter so!“ und Euch viel Glück!
    Heino

    Gefällt 2 Personen

  2. polymarie
    4. Mai 2015

    Liebe Bloggerin, lieber Heino!

    Ich freu mich, es werden immer mehr die sich trauen und zu einem anderen Lebensstil stehen. Mit Kindern!
    Ich hab vor einem Jahr ebenfalls einen Blog begonnen, (das Outing von meinem Mann ist noch nicht so lange her, wie deins Heino!) der aber seit einiger Zeit wieder ruht…

    Ich werde mich wieder drum kümmern.
    Vor allem auch weil ich das Gefühl habe, dass in Deutschland oder der Schweiz vielleicht schon ein bisschen mehr Offenheit dafür da ist, als in Österreich!
    Das polyamore Leben gibt’s halt doch meistens im Netz!
    Wir kennen persönlich noch keine Paare, die auch so leben! IHR?

    Ich freu mich sehr über eure Offenheit und schicke euch ganz liebe Grüße,
    polymarie

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